Kristina Sprenger: Die “Theaterfest Niederösterreich”-Obfrau im Interview
22 Produktionen an 19 Spielorten – das Theaterfest Niederösterreich 2026 setzt seine fast 40-jährige Erfolgsgeschichte fort.
© Andreas Tischler
22 Produktionen an 19 Spielorten, darunter sechs Produktionen beim Theater for Kids – das Theaterfest Niederösterreich 2026 setzt seine fast 40-jährige Erfolgsgeschichte fort. Wir bitten die Theaterfest-Obfrau und Intendantin der Festspiele Berndorf Kristina Sprenger zum Gespräch.
Das wird ein Fest!
Nach Salzburg und den Bregenzer Festspielen ist das Theaterfest NÖ, mit jährlich 225.000 Besuchern, mehr als 30.000 Arbeitsplätzen und einer Gesamtwertschöpfung von 1,35 Milliarden Euro, das größte Theaterfest Österreichs. Von der Hochkultur bis zur Breitenkultur – im ganzen Land wird genreübergreifend mit großer Leidenschaft Unterhaltung auf höchstem Niveau geboten. Das Sommertheater boomt!
Frau Sprenger, mit welchen Erwartungen haben Sie das Theaterfest 2021 vom damaligen Obmann Werner Auer übernommen?
Ich wollte eine große „Theaterfamilie“ formieren, dass die Spielorte solidarisch verbunden sind, und wir das Gefühl haben, in einer homogenen Gemeinschaft zu sein – diese Erwartung hat sich sehr erfüllt. Werner Auer hat den Weg dafür hervorragend geebnet, wir konnten darauf aufbauen und quasi das Band noch enger knüpfen.
Worin liegt die besondere Faszination des Sommertheaters?
Da hat Niederösterreich sicher eine Ausnahmesituation, weil das Theaterfest sehr früh erkannt hat, dass Kunst und Kultur im Sommer ein noch größeres gemeinsames Erlebnis ist als unterm Jahr. Die Besuche werden ja meist mit einem Ausflug verbunden, die Vorstellungen mit Familie und Freunden genossen – es ist ein großartiges Event für alle.
Welche Bedeutung hat das „Theaterfest for Kids“ für die Zukunft des Festivals?
Eine ganz wichtige, denn hier wird der Keim gesät. Aus der Leidenschaft ins Theater zu gehen entsteht ja unser Publikum von morgen. Und wir haben schon sehr anspruchsvolle Produktionen, die wir den Kindern mit ihrer ganzen Familie sozusagen als Family Happening schenken können.
Bei den Festspielen Berndorf steht als Hauptproduktion der Komödienhit „Gerüchte…Gerüchte“ von Neil Simon auf dem Spielplan. Warum passt dieses Stück gerade jetzt so gut ins Programm?
Na ja, wir leben natürlich in Zeiten von Fake News und Halbwahrheiten, wo jeder seine Informationen aus seiner eigenen Facebook oder Instagram-Blase bekommt – ein guter Boden, um schnell Gerüchte entstehen zu lassen. Außerdem spielt es in der Upperclass, es geht um Netzwerke und darum, große Skandale zu verheimlichen. Also ich denke, aktueller kann das Stück gar nicht sein – haben wir doch in letzter Zeit so einige Bomben platzen gesehen (lacht).
Wenn über die Produktion ein Gerücht entstehen würde – welches dürfte es gerne sein?
Na, das Gerücht, dass es das heißeste Stück des Sommers ist, das man auf keinen Fall verpassen darf! Das versteh sich von selbst, aber man muss sich schon selber vergewissern, denn wer mit wem was treibt, das sieht man in Berndorf auf der Bühne (lacht).
Kristina Sprenger
Gerüchte? Wer mit wem was treibt, das sehen Sie bei uns auf der Bühne in Berndorf!
Sind Sie persönlich gut darin, Geheimnisse für sich zu behalten?
Ich bin sehr verschwiegen, und auch jemand, der wenig erzählt. Es fängt schon damit an, dass ich andere Menschen nicht großartig in mein Privatleben einbinde und sie auch nicht um Meinung oder Rat befrage, da bin ich sehr verschlossen. Wenn mir jemand etwas anvertraut, dann bleibt es auch bei mir. Und in unserem Beruf heißt es sowieso: über unglegte Eier red ma nit! Ich halt mich aus der Stillen Post raus – auch wenn ein bissl Gossip ganz lustig sein kann…
Wie schaffen Sie eigentlich den Spagat zwischen Schauspiel, Theaterfest, Intendanz und Privatleben?
Gut! Mein Mann (Anm.: der Unternehmer Gerald Gerstbauer) ist auch sehr umtriebig und viel unterwegs, aber unser Commitment, uns gegenseitig die Dinge zu ermöglichen, funktioniert wunderbar. Unsere Tochter Rosa ist ja nun auch schon fünfzehn und selbstständig, was sehr angenehm ist. In erster Linie war es unser guter Familienzusammenhalt, denn als sie noch klein war hatten wir großen Rückhalt von meinen Schwiegereltern – es war und ist also gut machbar.
Alle Details zur Spielsaison vom 3. Juni bis 30. August 2026 auf www.theaterfest-noe.at
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