Martin Heinzl

Jungwinzer mit Vision: Martin Heinzl im Inteview

Seine Mission „Mit meinen Weinen Glücksmomente schenken!“ 

4 Min.

© wearegiving GmbH

Martin Heinzl ist „Weintalent des Jahres“. Der 26-jährige Jungwinzer vom Weingut Heinzl-Gettinger in Deinzendorf holte sich den Sieg bei der diesjährigen Schlossquadrat Trophy. Seine Mission: „Mit meinen Weinen Glücksmomente schenken!“ 

Martin Heinzl ist Weintalent des Jahres

Gerade mal 26 Jahre jung und schon eine klare Vision: Jungwinzer Martin Heinzl aus dem Weinviertel will Menschen mit seinen Weinen begeistern und zusammenbringen. Dass er einmal in die Fußstapfen seiner Eltern und Großeltern treten wird, war für ihn immer schon klar – einen Plan B gab es eigentlich nie. Als Absolvent der HBLA Klosterneuburg führten ihn seine Praktika unter anderem in die USA und nach Südafrika. Erfahrungen, die ihm neue Perspektiven zeigten und seinen Horizont erweiterten. Seit 2020 arbeitet Martin Heinzl mittlerweile aktiv am Weingut seiner Familie in Deinzendorf mit. Wir haben den Jungwinzer zum Interview gebeten.  

Gratulation zum Gewinn der Schlossquadrat-Trophy 2026. Wie kam es zur Idee, mitzumachen? 

Martin: Vielen Dank! Ich habe den Wettbewerb schon über mehrere Jahre auf Social Media mitverfolgt und immer gedacht, dass das eine richtig coole Sache wäre. Umso mehr freut es mich, dass ich heuer selbst dabei sein durfte.

Du bist aus einer Winzer-Familie – wolltest du immer schon in die Fußstapfen deiner Eltern treten?

Ja, tatsächlich war das für mich immer klar. Schon als kleines Kind war ich bei Weinverkostungen dabei und habe jedem erzählt, dass ich einmal Winzer werden möchte.

Was fasziniert dich am Beruf des Winzers?

Die Vielseitigkeit. Kein Tag gleicht dem anderen, und gleichzeitig hat man die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Jeder Wein trägt ein Stück meiner Familie und meiner Persönlichkeit in sich.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Das ist eigentlich unmöglich zu beantworten. Jeder Tag ist anders, und die Arbeit verändert sich stark mit den Jahreszeiten. Im Winter verbringe ich viel Zeit im Keller, im Frühjahr bin ich oft auf Messen und Präsentationen unterwegs, und im Sommer sowie im Herbst spielt sich vieles draußen in den Weingärten ab.

Euer Weingut blickt auf eine Geschichte bis ins Jahr 1620 zurück. Spürt man diese lange Tradition?

Ja, auf jeden Fall. Besonders im Kontakt mit unseren Kunden merkt man das immer wieder. Es ist spannend zu hören, dass manche schon mit meinem Opa zusammengesessen sind und damals seine Weine verkostet haben.

Martin Heinzl und Familie am Weingut Heinzl Gettinger
© wearegiving GmbH

Wie gelingt der Spagat zwischen Bewahren von Traditionen und dem Mut zu neuen Ideen?

Das ist eine tägliche Herausforderung. Oft prallen diese beiden Welten aufeinander. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es beides braucht: Tradition als Fundament und neue Ideen sowie Innovationen, um sich weiterzuentwickeln.

Was hast du von deinen Eltern oder Großeltern übernommen, das heute noch deine Arbeit prägt?

Definitiv sehr vieles. Von meinen Eltern habe ich vor allem gelernt, dass beim Wein die Menschen im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen und ihnen mit unseren Weinen Freude zu bereiten.

Was ist deine persönliche Lieblingssorte?

Grüner Veltliner!

Du sagst, keine andere Rebsorte zeige Bodentypizitäten so klar. Kannst du das für Weinlaien erklären?

Damit meine ich, dass man beim Grünen Veltliner den Einfluss des Bodens besonders gut schmecken kann. Ob Granit, Löss, Schotter oder Lehm – jede Bodenart prägt den Wein auf ihre eigene Weise, und beim Grünen Veltliner kommt das besonders deutlich zum Ausdruck.

Auf welchen Wein aus deinem Sortiment, bist du besonders stolz?

Das ist tatsächlich jedes Jahr ein anderer. Aktuell sind es unser Sauvignon Blanc und unser Grüner Veltliner Ried Steinviertel.

Wie würdest du deine Weine beschreiben?

Klar, geradlinig, fruchtbetont und fein balanciert.

Deine Mission lautet „Mit meinen Weinen Glücksmomente schenken“ – wie sehen solche Glücksmomente für dich aus?

Wenn Menschen zusammensitzen, lachen, gute Gespräche führen und dabei meine Weine genießen.

Wenn du einem Menschen, der noch nie Wein getrunken hat, einen Wein von dir einschenken dürftest – welcher wäre das und warum?

Dann wäre das unser Gelber Muskateller. Auch wenn er von manchen Weinprofis manchmal etwas belächelt wird, ist er ein echter Menschenfänger und weckt oft die Begeisterung für Wein.

Wo siehst du dich und das Weingut in zehn Jahren?

Bis dahin habe ich den Betrieb übernommen und erfolgreich weiterentwickelt. Und am Abend sitze ich auf der Terrasse mit einem Glas Grünen Veltliner und freue mich über das, was wir gemeinsam geschaffen haben.

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