Josef Rumer und Angelica Pral-Haidbauer feiern mit Erwin Pröll und Ursula Strauss 2014 den Beginn der Niederösterreicherin © Andreas Röbl
125 Ausgaben Die NIEDERÖSTERREICHERIN – das ist weit mehr als eine Zahl. Es ist eine Reise durch Geschichten, Begegnungen und Entwicklungen. Eine Reise durch ein Land, das sich verändert hat und sich doch treu geblieben ist.
Als wir 2014 mit der ersten Ausgabe gestartet sind, war da dieser besondere Zauber des Anfangs. Die leise Aufregung, das berühmte „weiße Blatt“, von dem Chefredakteurin Angelica Pral-Haidbauer damals eingangs geschrieben hat. Und gleichzeitig eine tiefe Gewissheit: Dieses Land ist voller Geschichten, die erzählt werden wollen. Heute, 125 Ausgaben später, wissen wir: Diese Gewissheit hat getragen.
125 Ausgaben Lebensart
Von Beginn an stand die Lebensart im Mittelpunkt, dieses besondere Gefühl, das Niederösterreich prägt: die Verbindung aus Bodenständigkeit und Weltoffenheit, aus Tradition und Aufbruch, aus Vertrautem und Neuem. Es sind die Menschen, ihre Haltung, ihre Kreativität und ihre Geschichten, die dieses Lebensgefühl ausmachen – allen voran die starken Frauen Niederösterreichs, die Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll in einem unserer ersten Artikel, einem gemeinsamen Interview mit Schauspielerin Ursula Strauss, schon treffend beschrieb: „Die Niederösterreicherin zeichnet sich durch ein entsprechendes Selbstbewusstsein aus, das sie aus der intensiven Verwurzelung mit ihrer Heimat schöpft.“ Und Ursula Strauss brachte es knackig auf den Punkt: „Und sie hat einen Schmäh …“ Dieses Selbstbewusstsein, die starken Geschichten, ihre Persönlichkeiten und die richtige Portion Augenzwinkern sind heute spürbarer denn je.

Ich wünsche mir, dass Sie sehr intensiv an der Lebensart und Lebenskultur der Niederösterreicher dran sind, denn da gibt es noch sehr viele ungehobene, verschüttete Facetten.
Erwin Prölls Wunsch an die Niederösterreicherin zum Start 2014
Erfolgsstory
Was damals als Aufbruch beschrieben wurde, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Nicht nur, in unserem Bundesland, sondern auch in unserem Magazin. Niederösterreich hat sich kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter entfaltet. Die Kulturlandschaft ist reicher geworden, die Regionen selbstbewusster, die Stimmen vielfältiger. Und mittendrin: Menschen, die gestalten, hinterfragen, schaffen und bewegen. Genau diese Menschen durften wir über all die Jahre begleiten. Wir haben Einblicke bekommen, wo sonst selten Türen offenstehen. Haben Geschichten gehört, die berühren, inspirieren und manchmal auch herausfordern. Haben erlebt, wie Tradition und Moderne kein Widerspruch sind, sondern ein Versprechen. Ein Versprechen, das wir als Magazin von Anfang an ernst genommen haben. Denn die Niederösterreicherin war nie nur ein Magazin. Sie war immer auch ein Spiegel. Ein Resonanzraum für das, was dieses Land bewegt. Für das, was entsteht, wächst und manchmal auch neu gedacht werden muss.
Ich wünsche euch viele wunderbare, intensive Begegnungen mit spannenden Menschen, einen kritischen Umgang mit allem, was auf euch zukommt, einen offenen Zugang, ein offenes Herz und einen offenen Kopf – und viele schöne Geschichten!
Ursula Strauss 2014 in der ersten Ausgabe der Niederösterreicherin
Ein Zauber, der bleibt
Was sich dabei nie verändert hat, ist unser Anspruch, authentisch zu erzählen: mit offenem Blick, mit Respekt und mit der nötigen Sensibilität für Zwischentöne. Denn gerade sie sind es, die Geschichten lebendig machen. Wenn wir heute zurückblicken, dann sehen wir nicht nur Seiten aus Papier. Wir sehen Begegnungen. Vertrauen. Entwicklung. Und eine starke Gemeinschaft aus Leserinnen und Lesern, Partnerinnen und Wegbegleitern, ohne die all das nicht möglich gewesen wäre. Dafür sagen wir Danke.
Gerade im Rückblick wird auch deutlich spürbar, welche Haltung uns von Anfang an begleitet hat. Im Gespräch gab uns Erwin Pröll 2014 damals einen Auftrag, den wir über all die Jahre nie vergessen haben: „Ich wünsche Ihnen die entsprechende Sensibilität, dass Sie alles, was wir Tolles in Niederösterreich machen, auch spüren und darüber berichten.“ Schließlich, so betonte er, gebe es in diesem Land „sehr viele ungehobene, verschüttete Facetten“, die darauf warten, entdeckt zu werden. Genau darin liegt auch nach 125 Ausgaben weiterhin unser Antrieb: diese Geschichten zu finden, sie „entsprechend würzig nach außen zu berichten“ und damit das Selbstbewusstsein dieses Landes und all seiner starken Frauen weiter wachsen zu lassen. Und so führt dieses Jubiläum auch zurück zum Anfang – zum Mut, Neues zu beginnen, zur Neugier, genau hinzuschauen, und zu jenem Zauber, der entsteht, wenn man Geschichten Raum gibt. Denn eines ist sicher: Die schönsten Geschichten liegen immer noch vor uns.
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