Autor Günther Pfeifer

Autorentalk mit Günther Pfeifer

Sein neuestes Buch: „Als ich an Don Renzo schrieb“

3 Min.

© Franziska Wohlmann

Er war Berufssoldat und entdeckte später in der Privatwirtschaft seine Liebe zum Theater. Also schrieb der Weinviertler Theaterstücke, Kindermusicals, Reiseführer und Kriminalromane. In seinem neuesten Buch „Als ich an Don Renzo schrieb“ nimmt er uns mit in die Welt seiner Kindheit – mit dem Sehnsuchtsort Italien.

Günther Pfeifer im Interview

Hollabrunn in den 1970er Jahren. Eingebettet in eine Großfamilie mit Handwerkbetrieb erobert der aufgeweckte fünfjährige Günther P. das Leben in seiner ländlichen Idylle – und das kann mitunter auch aufregend sein. Bis er von jenem sagenumwobenen Ort hört, in dem alle Menschen singen, Eis verkaufen und in Gondeln fahren. Dort muss er hin! Wäre da nicht die Großmutter und Matriarchin „Mutti“, die seinen Ausreiseantrag schlicht verweigert. Da hilft nur eins: ein Brief an Don Renzo, der Priester im gelobten Land Italien ist…

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an eine behütete Kindheit in einer Weinviertler Großfamilie. Wie hast du die Reise zu deinem inneren Kind erlebt?

Es war sehr lustig, sich die einzelnen Situationen wieder in Erinnerung zu rufen und aus der zeitlichen Distanz die Denkweise des Fünfjährigen nachzuvollziehen. Die großen Erwartungen, die absolute Überzeugung das Richtige zu tun, die unbändige Fantasie des Kindes, ja, eigentlich aller Kinder, haben mich ein bisschen neidisch gemacht, aber es auszuformulieren war ein Riesenspaß.

Ob Benco-Dose, Matchboxsammlung, Indianerspiele oder „Dick und Doof“ im ORF – du bewahrst damit das Leben von damals vor dem Vergessen…

Es gibt viele Bücher, die zeitlich in den Siebzigern angesiedelt sind, aber die kindliche Perspektive ist doch noch einmal anders – und im Nachhinein sehr o.k. (lacht).

Wie reagieren deine noch lebenden Verwandten auf die Erzählungen deiner Kindheit?

Sehr positiv. Lange bevor ich den Verlag angeschrieben habe, schickte ich die ersten fertigen Kapitel an meine Tante Hilde in Italien. Sie hat es gelesen und zurückgeschrieben, dass sie pausenlos lachen habe müssen. Auch die anderen fanden das Buch lustig. Das war mir wichtig.

Jedes Kapitel wird mit Textzeilen bekannter Italo-Songs eingeleitet. Bist du musikalisch italophil?

Sehr! Bei der Buchpräsentation im Theater Westliches Weinviertel hatten wir zwei fantastische Musiker dabei: Chris Canis, der selbst auch Autor ist, und Danny Bianchi. Danny ist ein in Wien lebender italienischer Sänger, er hat etliche der Lieder live performt und meine Songauswahl gelobt. Wir haben viel über Fabrizio de Andre geredet.

Warum ist der Fantasiefreund Dicki für die Entwicklung des Buben so wichtig?

Der Jüngste in einer Großfamilie wird von den anderen nicht immer ernst genommen. Da hilft natürlich ein Freund und Fürsprecher, am besten ein vielseitig begabter Universalgelehrter und weitgereister Abenteurer, der sich vor gar nichts fürchtet: Dicki eben. Es war auch so, dass es in der unmittelbaren Nachbarschaft keine gleichaltrigen Kinder gab, also zunächst auch Spielkammeraden fehlten – dann kam Dicki.

Ist Italien ein Sehnsuchtsort für dich geblieben?

Absolut! Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hinkomme. Schon alleine die Sprache ist Musik.

Die Botschaft des Buches in drei Worten?

Du schaffst es!

Termine der kommenden Lesungen unter:

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