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Der Ternitzer ist Songtexter von mehr als 700 Titel durch alle Genres, seine drei Wanderbücher zählen zu den Standardwerken über die Jakobswege – und nun legt er nach „Her mit der Marie“ seinen zweiten Krimi „Blind Date im Heu“ vor. Der Tatort: die mörderische Dorfidylle Marienschlag.
Herbert Hirschler: Der Autor aus Ternitz im Interview
Sieben Teilnahmen am Grand Prix der Volksmusik, fünfzehn Mal Gold- bzw. Platin – so liest sich der Erfolg jener Interpreten, die von den Kastelruther Spatzen bis zur Jazz Gitti Texte „Made by Hirschi“ auf die Bühne brachten. Abseits der großen Musikwelt machte sich der zweifache Familienvater – aus Demut und Dankbarkeit seinem Herrgott gegenüber – mehrfach auf den Camino. Sein Pilgerleben hat er äußerst humorvoll und erfolgreich in drei Bücher verpackt hätte, aber nun… „wurde ich kriminell“, wie er sagt.
Von Pilgerbuch „Himmel, Herrgott, Fatima“ bis zum Krimi „Blind Date im Heu“. Ob Pilgern oder Mord im Dorf, Sie nehmen ja beides mit Humor…
Ja, denn Pilgerwege kann man auch durchaus mit Krimis vergleichen, In beiden gibt es sonderbare Gestalten, schräge Geschichten, und, wenn man am Abend nach 40 km Wanderschaft in einer Herberge mit 20 Terror-Schnarchern übernachtet, da kommt man schon auch mal auf unchristliche Gedanken…für meine Krimis.
In „Her mit der Marie“ geht’s um einen Lottogewinn, bei „Blind Date im Heu“ um eine Reality-TV Kuppelshow. Habgier, Neid sowie Hochmut, Wollust und Zorn. Sie nehmen gleich fünf Todsünden aufs Korn…
Ja, vielleicht – und eigentlich verstecken sich auch noch Völlerei und Trägheit (lacht). Es geht mir ja darum, für spannende, aber auch sehr unterhaltsame Lesestunden zu sorgen, und dabei wähle ich immer Themen aus, die uns allen vielleicht ein bisserl einen Spiegel vorhalten.
In beiden Krimis ermittelt die liebenswerte wie schrullige Marie Unterholzer. Gab es für sie eine Inspiration?
Meine Marie ist eine Mischung aus Frauen, die ich in meinem Leben getroffen habe. Sie ist eine starke Frau, die mit beiden Füßen am Boden steht, die aber ein ernstes Kindheitstrauma hatte und daher erst wieder nach 15 Jahren zurück in ihren Heimatort Marienschlag gekommen ist, als Revierinspektorin. Die Bewohner lieben sie und bestechen sie mit Apfelstrudel und Zirbenschnaps, auch, weil sie kein großes Wasser um kleine Vergehen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen und Falschparker macht.
Die Marie tritt in ihrem Dorf auch als talentvolle Schlagersängerin auf….
Das ist das Schöne am Krimischeiben, ich konnte der Marie meine beiden großen Leidenschaften auf den Leib schreiben. Einerseits die Musik, sie muss ja bei jedem Dorffest auf die Bühne und für die Leute singen, und andererseits auch die Liebe zum Jakobsweg. Sie möchte seit Band 1 pilgern, aber es sind ihr immer ein paar Leichen dazwischengekommen. Vielleicht in Band 3 dann …
Ihre Lesungen sind sehr beliebt, wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt zu Ihren Lesern?
Ganz, ganz wichtig! Ohne die Leserinnen und Leser gäbe es die Literatur nicht, ohne Musikbegeisterte keine Songs. Bei meinen Jakobswegvorträgen war ich ja immer mit großem Besteck, mit Beamer und Tonanlage unterwegs, bei den Lesungen gibt es nur mich, meine Krimis – und das Publikum. Mit einer bunten Mischung aus eigens komponierten Songs, G’schichterln vom Jakobsweg, schrägen Hirschi-Texten, einem Spritzergewinnspiel und natürlich ein paar Leichen aus meinen Krimis. Wichtig ist, dass die Besucher einen schönen Abend haben!
Alle Infos zum Autor und seine Lesetermine auf www.hirschler.at
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