Der Onkel Peppi Hof: Ein einzigartiges Projekt in Siegersdorf
„Gemüse wächst. Wir wachsen mit.“
Die Peppis Biomedizinischer Analytiker Klemens Grabner, Immobilienallrounder Andreas Jedlicka, die Labortechnikerinnen Sonja Jedlicka und Isabella Kieslinger, Maschinenführer Jakob Grabner. © Petra Rautenstrauch
Aus der Freude am Gärtnern entstand in Siegersdorf ein einzigartiges Projekt: Der Onkel Peppi Hof. Das Motto des fünfköpfigen Teams: „Gemüse wächst. Wir wachsen mit.“
Schritt für Schritt zum Onkel Peppi Hof
Manche Träume beginnen nicht mit einem großen Plan, sondern mit vielen kleinen Schritten. Schritte, die fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen – von Biomedizin und Mikrobiologie über Handwerk und Technik bis hin zur Immobilienbranche – wagten. Und es ist gerade diese Vielfalt, die das Projekt Onkel Peppi Hof ausmachen. Jeder bringt seine eigenen Stärken ein, doch alle verbindet dieselbe Leidenschaft: „Unsere Träume haben Erde unter den Fingernägeln. Denn genau darum geht es. Nicht um möglichst schnelles Wachstum, sondern darum, Schritt für Schritt etwas aufzubauen, das Bestand hat.“
Der Anfang
Es war vor einigen Jahren, als Andreas und Sonja ein kleines Selbstversorgerfeld anlegten und dabei ihre Begeisterung für gutes Gemüse entdeckten. Zur gleichen Zeit weckte bei Sonja und ihrer langjährigen Arbeitskollegin Isi eine einzige Chili-Pflanze die Leidenschaft für den Anbau, das Kochen und die Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel. Aus gemeinsamen Gesprächen, vielen Ideen und immer neuen Erfahrungen entstand nach und nach ein gemeinsamer Traum. In den folgenden Jahren wurde gelernt, ausprobiert und experimentiert. Das Team besuchte zahlreiche Kurse rund um Gemüsebau, Boden, Fermentation und Lebensmittelverarbeitung. Ein besonders wichtiger Wegbegleiter wurde dabei Tristan Toé von BIOSAIN, der das Team bis heute mit seinem Wissen begleitet und unterstützt. Seine Erfahrung im Gemüsebau hat die Entwicklung des Projekts wesentlich mitgeprägt. Der eigentliche Wendepunkt aber kam, als nach dem Tod von Onkel Peppi die landwirtschaftlichen Flächen an Jakob und Klemens übergingen. Plötzlich war die Möglichkeit da, aus einer Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Der Anbau
Bevor die erste Pflanze gesetzt wurde, stand ein ganzes Jahr lang etwas anderes im Mittelpunkt: der Boden. Er wurde Schritt für Schritt vorbereitet und wiederbelebt, damit dort gesundes und geschmackvolles Gemüse wachsen kann. Erst danach entstand das Gewächshaus – gemeinsam mit Familie, Freunden und vielen helfenden Händen. Der Aufbau war nicht nur ein Bauprojekt, sondern von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt. Eigentlich sollte das erste Anbaujahr ganz bewusst klein beginnen. Rund 300 Pflanzen waren geplant, um Erfahrungen zu sammeln und in Ruhe zu lernen. Doch wie so oft entwickelte sich das Projekt schneller als gedacht. Heute wachsen bereits rund tausend Pflanzen im Gewächshaus. Im Mittelpunkt stehen Tomaten, Paprika, Gurken, Melanzani, Salate, Kräuter und Chilis. Gleichzeitig wird bewusst mit unterschiedlichen Sorten experimentiert, damit das Team herausfindet, welche Sorten geschmacklich überzeugen, welche unter den regionalen Bedingungen besonders gut gedeihen und wie sich Qualität und Vielfalt bestmöglich verbinden lassen.
Die ersten Ernten
Geschmackreiche Gurken, Melanzani, Paradeiser und viele weitere Gemüsesorten konnten bereits geerntet werden. Und auch die ersten Verkaufstage direkt beim Gewächshaus fanden statt, die von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurden. Obwohl die Website (www.onkelpeppihof.com) und die Social-Media-Kanäle derzeit noch entstehen, hat sich das Projekt in Siegersdorf bereits herumgesprochen. Immer wieder bleiben Menschen beim Gewächshaus stehen, schauen neugierig vorbei oder kommen einfach auf ein Gespräch. So entstehen viele schöne wie auch humorvolle Begegnungen.

Langfristige Visionen
Der Onkel Peppi Hof versteht das erste Jahr bewusst als Lernjahr. Beobachten, Erfahrungen sammeln und jeden Tag ein Stück besser werden gehören genauso dazu wie erfolgreiche Ernten. Das Gewächshaus bildet dabei für die Verwirklichung des sympathischen Projekts den ersten Baustein. In den kommenden Jahren sollen weitere Gemüsekulturen, eine Pilzzucht, die Weiterverarbeitung der Ernte, Fermentation, Workshops und viele weitere Ideen folgen. Denn das Team ist überzeugt, dass gutes Gemüse nicht nur satt macht, sondern Menschen verbindet und Wissen weitergibt.

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