Autorinnen-Talk mit Ursula Poznanski

Die mehrfach ausgezeichnete Perchtoldsdorferin Ursula Poznanski ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache.

2 Min.

© Gaby Gerster

Mit einer Gesamtauflage von zwei Millionen Büchern im Genre Jugend- und Erwachsenen-Thriller ist die ehemalige Medizinjournalistin regelmäßig zu Gast auf den SPIEGEL-Bestsellerlisten (über 200 Wochen!). Nach der „Vanitas“-Trilogie führt sie uns in der neuen Wiener Thriller-Serie nach „Stille blutet“ mit dem zweiten Band „Böses Licht“ direkt auf die Bühne des Wiener Burg­theaters …

Shakespeares „Richard III.“ am Burgtheater und ein mysteriöser Mord auf offener Bühne – wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Ich habe während meines Studiums wesentlich mehr Zeit auf der Bühne der Wiener Staatsoper als auf der Uni verbracht, und die Idee, einen Krimi rund um die Theaterszene zu schreiben, begleitet mich schon sehr lange. Dass es Sprech- und nicht Musiktheater geworden ist, liegt daran, dass Ersteres meinem Empfinden nach romantauglicher und ein bisschen leichter zugänglich ist. Das Bild eines Mordes, der während einer Vorstellung passiert, deren Inszenierung ohnehin vor Theaterblut trieft, war dann sehr schnell da.

Was hat es mit dem Titel „Böses Licht“ auf sich?
Damit ist primär das Scheinwerfer­licht gemeint, das nicht nur auf das Bühnengeschehen, sondern auch stark auf das Privatleben der Schauspieler fällt. Womit ich nicht gerechnet habe, war – um ein Klischee zu strapazieren –, dass die Realität meinen Roman so kurz vor Erscheinen einholen würde.

Die Kriminalpolizistin Serafina Plank darf klein und pummelig sein. Wie sehr beeinflusst die gegenwärtige gesellschaftliche Korrektheit Ihr fiktionales Erzählen?
Ganz ehrlich hatte ich keine Lust, noch eine Ermittlerin zu schreiben, die groß, schlank, sehnig und mit optischen Wow-Effekten ausgestattet ist. Das hatte nichts mit politischer Korrektheit oder Bodypositivity zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, dass ich die Figur so viel interessanter fand. Sie ist jung, sie ist klug und sie ist willensstark – sie ist sogar sportlich, auch wenn sie dem gängigen Schönheitsideal nicht entspricht. Aber sie kann sich nicht zurücklehnen und ihr Aussehen für sich arbeiten lassen.

Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?
Für Kinder schreibe ich aktuell nicht mehr, es werden aber einige meiner früheren Kinderbücher neu aufgelegt, was mich sehr freut! Für Jugendliche und Erwachsene schreibe ich tatsächlich gleich gerne, meine Lieblingszielgruppe sind Leser, die sich gerne überraschen lassen, die Spaß am Miträtseln und Freude an versteckten Details haben, unabhängig vom Alter. Im Grunde also Menschen, die meinen eigenen Lesegeschmack teilen.

Gibt es Grenzen, die sie in Romanen für Jugendliche absichtlich nicht überschreiten?
Die gibt es definitiv! Meine Romane für Erwachsene sind ganz sicher blutiger, bei Jugendromanen ist mir wichtig, dass sie mit einer möglichst positiven Note enden. Das bedeutet nicht, dass ein rosarotes Happy End stattfinden muss, aber man soll das Buch mit dem Gefühl zuschlagen, dass alles gut werden kann.

ursula-poznanski.de

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