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Mit über einer Million verkaufter Bücher, übersetzt in 16 Sprachen, zählt er zu den erfolgreichsten, mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten, deutschsprachigen Thrillerautoren. Seine Totenfrau-Reihe wurde von ORF/Netflix verfilmt – beide Staffeln erreichten in 67 Ländern die Top Ten. Nun kehrt sie zurück – Aichner at his best!
Bernhard Aichner über “Totenfrau – Die Rückkehr”
Mit “Totenfrau – Die Rückkehr” beweist Bernhard Aichner einmal mehr sein Gespür für außergewöhnliche Geschichten und das psychologische Innenleben seiner Totenfrau, der Bestatterin Brünhilde Blum, die nach zehn Jahren der ersehnten Ruhe und des Friedens wieder Gewalt in ihr Leben lassen muss. Unfreiwillig stellt sie sich den verdrängten Wirkmächten aus ihrer Kindheit, die ihre Existenz und jene ihrer Lieben gefährden. Intensiv, emotional und bildhaft erzählt…
Was hat dich zur Rückkehr der Totenfrau bewogen?
Durch den Dreh und die intensive Auseinandersetzung mit der Verfilmung war ich dieser Figur wieder sehr nah. Vor allem die Arbeit mit Anna Maria Mühe, die Blum mit einer unglaublichen Kraft und Verletzlichkeit verkörpert hat, hat in mir den Wunsch geweckt, ihre Geschichte weiterzuerzählen. Durch das überwältigende, auch internationale Feedback, habe ich gemerkt, dass Blum für mich noch nicht auserzählt ist. Mich hat interessiert, was nach einem vermeintlichen Happy End passiert, und ob es so etwas wie Frieden für eine Figur wie Blum überhaupt geben kann.
In den ersten drei Bänden nimmt Blum Rache für erlittenes Unrecht. Im vierten holt sie nun unerwartet ein Trauma aus ihrer grausamen Vergangenheit ein…
Die Antworten liegen in den frühen Verletzungen ihrer Kindheit, die nie aufgearbeitet wurden. Es geht um Traumata, die einen Menschen prägen, ohne dass er sich ihnen bewusst stellt. Diese Dinge verschwinden nicht einfach. Sie wirken weiter, im Verborgenen. Bei Blum gibt es jetzt kein Ausweichen mehr. Etwas, das sie lange verdrängt oder vielleicht sogar vergessen hat, kehrt mit voller Wucht zurück. Sie muss sich nicht nur dieser Vergangenheit stellen, sondern auch der Verantwortung für das, was sie selbst getan hat.
Blums Taten – vom Morden bis zum Zerstückeln von Leichen – sprengen jede gesetzliche und moralische Grenze, und doch fiebert die Leserschaft mit der Serienmörderin mit und blendet die eigene Moral aus…
Das Geheimnis liegt darin, dass Blum uns näher ist, als wir vielleicht zugeben wollen. Ich erzähle bewusst Geschichten, in die jeder von uns sich auch verstricken könnte, und bin überzeugt, dass wir alle in extremen Situationen zu einem Mord fähig wären. Wir alle kennen Gedanken von Wut, von Rache, die meisten von uns setzen aber diese Impulse nicht in die Tat um. Blum hingegen tut genau das, sie handelt stellvertretend. Und dadurch entsteht diese verstörende Form der Identifikation. Gleichzeitig geht es mir nie darum, Gewalt zu zelebrieren. Im Gegenteil: Gewalt ist bei mir immer der letzte Ausweg. Auch im neuen Roman versucht Blum, genau das zu vermeiden. Sie will nicht mehr töten, sucht andere Wege. Aber am Ende gerät sie wieder in eine Situation, in der sie keine Wahl mehr hat. Diese Spannung – zwischen moralischem Bewusstsein und existenzieller Notwendigkeit – zwingt die Leserinnen und Leser, ihre eigene Haltung zu hinterfragen. Man bleibt an Blums Seite, obwohl man genau weiß, dass es falsch ist, was sie tut. Und genau das liebe ich.
Der Autor liest im Rahmen der Kriminacht Mödling am 17. 10. um 18:30 Uhr in der Stadtgalerie.
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