© Stefan Sappert
Back for Good – Dieser und andere emotionale Songs der legendären Boygroup Take That haben eine Generation geprägt. Der AVB Musical Sommer Amstetten bringt mit dem Musical THE BAND von Tim Firth diese Magie zurück und lässt Träume wieder aufleben. It’s time to celebrate the glory!
Musical Sommer Amstetten bringt “The Band” auf die Bühne
Fünf Freundinnen, die in ihrer Jugend von Take That schwärmten, finden sich 25 Jahre später zusammen, um ihre gemeinsame Leidenschaft für eine der erfolgreichsten Popbands aller Zeiten neu zu entdecken. Diese Story packte Tim Firth in das berührende Musical „The Band“, welches am 8. September 2017 im Manchester Opera House seine Uraufführung feierte. Eine Geschichte über Freundschaft, Erwachsenwerden und die Frage, was aus den Träumen und Versprechen der Jugend geworden ist. Wir fragen den Intendanten Alex Balga, der in der eigens für Amstetten entwickelten Produktion wie in den Vorjahren Regie führt….

Alex, warum gerade das Musical THE BAND?
Ich habe mich für The Band entschieden, weil es zwei Dinge vereint, die mich im Theater besonders faszinieren: große Emotion und große Unterhaltung. Für mich ist das kein Widerspruch, sondern im besten Fall die stärkste Kombination, die ein Theaterabend haben kann. Die Musik von Take That trägt eine enorme emotionale Kraft in sich. Viele Menschen verbinden mit diesen Songs ganz konkrete Momente ihres Lebens: erste große Gefühle, Freundschaften, bestimmte Lebensphasen. Diese persönliche Verbindung bringt das Publikum gewissermaßen schon mit. Als Regisseur interessiert mich, wie ich es schaffe diese Energie des Publikums zu nutzen und etwas auf die Bühne zu bringen, dass daraus mehr entsteht als nur ein Wiedererkennen der Songs. Mein Ansatz ist es, diese emotionale Wucht mit einer starken, klaren und modernen Bildsprache zu verbinden. Es geht darum, einen Abend zu schaffen, der berührt, aber gleichzeitig auch visuell und rhythmisch mitreißt. Ein Musical, das nicht nur konsumiert wird, sondern das Publikum wirklich in die Geschichte hineinzieht – sodass man am Ende das Gefühl hat, Teil dieser Geschichte gewesen zu sein.
Was ist die zentrale Botschaft der Produktion?
Im Zentrum unserer Inszenierung steht für mich die Idee, dass unsere Träume und Sehnsüchte nie wirklich verschwinden. Sie verändern sich vielleicht, sie treten in den Hintergrund oder werden vom Alltag überlagert, aber sie bleiben im Grunde immer ein Teil unserer Identität. Die Figuren im Stück befinden sich an einem Punkt, an dem sie auf ihr Leben zurückblicken und sich fragen müssen, ob sie noch in Verbindung mit dem stehen, was sie einmal ausgemacht hat. Diese Auseinandersetzung ist oft schmerzhaft, aber gleichzeitig auch sehr befreiend. Mir war wichtig, diese Entwicklung nicht nostalgisch zu erzählen, sondern als etwas Aktives: als eine Chance. Die Botschaft unserer Produktion ist daher sehr klar: Es ist nie zu spät, sich selbst neu zu begegnen. Es braucht Mut, sich mit den eigenen Wünschen auseinanderzusetzen und es liegt auch darin eine große Kraft.
Take That und ihre legendären Live-Auftritte – wie bringt man diese Konzertenergie auf die Bühne?
Wir greifen die Energie von Take That auf und übersetzen sie in eine eigenständige, theatrale Form. Für mich bedeutet das vor allem: Dynamik, Präsenz und eine klare visuelle Sprache. Wir arbeiten mit großen Bildern, starken Choreografien und einer sehr bewussten Lichtgestaltung. Die Bühne ist ständig in Bewegung, es gibt viele überraschende Übergänge und Verwandlungen. Ein zentrales Element ist auch die Band, die sichtbar auf der Bühne integriert ist und damit eine unmittelbare Verbindung zwischen Musik und Spiel schafft. Besonders spannend finde ich die Geschwindigkeit, mit der sich die Ebenen verschieben: Konzertmomente können sich innerhalb von Sekunden in szenische Situationen verwandeln – und umgekehrt. Dadurch entsteht ein sehr lebendiger Rhythmus, sehr cineastisch und modern. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf die Spannungsbögen des Abends. Auf große, mitreißende Momente folgen bewusst reduzierte Szenen, in denen sich die Emotion vertieft.Diese Kombination aus Energie und Intimität macht für mich den Kern des Abends aus. So entsteht eine Atmosphäre, die an ein Konzert erinnert, aber gleichzeitig eine Geschichte erzählt, die trägt.
Wie unterscheidet sich THE BAND von anderen Jukebox-Musicals?
Was The Band besonders macht, ist die enge Verzahnung von Geschichte und Musik. Es wird nicht die Geschichte von Take That erzählt, sondern von Freundinnen, die die Musik von Take That zusammengebracht hat. Die Songs sind nicht einfach einzelne Nummern, sondern sie wachsen aus den Situationen der Figuren heraus und sind eng mit deren Entwicklung verbunden. Sie dokumentieren auch die innersten Gefühle und Wünsche und stellen sogar die Flucht aus dem Alltag dar. Jede musikalische Nummer hat eine klare emotionale Funktion. Sie erzählt etwas weiter, vertieft Beziehungen oder macht innere Zustände sichtbar. Dadurch entsteht eine besondere Dichte, weil Musik und Handlung ständig ineinandergreifen. In meiner Inszenierung verstärken wir das zusätzlich durch eine klare visuelle Linie und eine sehr präzise Ensemblearbeit. Mir ist immer wichtig, dass alle Elemente, Spiel, Musik, Bewegung, Bühne, miteinander verzahnt sind und sich gegenseitig unterstützen. So entsteht ein Abend, der sich geschlossen anfühlt und in dem die einzelnen Teile nicht nebeneinanderstehen, sondern zusammenwirken.
Welche Szene birgt die emotionalsten Momente?
Die emotional stärksten Momente entstehen für mich immer dort, wo große Gefühle auf eine sehr persönliche Wahrheit treffen. Im Stück gibt es mehrere Szenen, in denen Vergangenheit und Gegenwart direkt aufeinandertreffen. Diese Konfrontationen haben eine enorme Intensität, weil sie die Figuren zwingen, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Besonders berührend wird es dann, wenn klar wird, was aus den ursprünglichen Träumen geworden ist – und welche Entscheidungen daraus folgen. Diese Momente sind oft überraschend ruhig, aber gerade darin liegt ihre Kraft. Ich lege großen Wert darauf, diesen Szenen Raum zu geben und sie nicht zu überladen. Wenn sie in ihrer Klarheit wirken können, entsteht eine Ehrlichkeit, die direkt unter die Haut geht. Dazu noch die Gänsehaut Musik von Take That. Was will man mehr! Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten – nur so viel: Eine Reise nach Amstetten lohnt sich um dieses außergewöhnliche Musical zu erleben!
„The Band“ wird im Rahmen des Theaterfestes NÖ vom 15. Juli bis 16. August in der Pölz- Halle Amstetten aufgeführt. Alle Infos auf www.avb.am
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