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Musik-Allrounder Benedikt Fehringer im Interview

Fehringer’s Kalte Küche

5 Min.

© Ina Holzknecht

Das Buffet ist angerichtet. Man nehme nebst anderen Instrumenten Fehringers Trompete und arrangiere die Zutaten zu einem lukullischen Potpourri aus Volksmusik, Pop, Jazz, französischem Chanson, Klezmer oder Latin. Ein Hochgenuss!

Alles in einem Topf

Bereits mit vier Jahren prägte der Opa seine Begeisterung für Jazz und Big Band, wie Glenn Miller, aber auch zur Blasmusik. In der ersten Klasse der Volksschule Retz führte ihn dann ein besonders cooler Trompetenlehrer in die verschiedenen Genres ein und ermutigte ihn zu seinen ersten Kompositionen, die er dann bei Klassenabenden vorspielen durfte. Später kamen Schlagzeug und Klavier dazu, an der mdw absolvierte er gleich zwei Studien – der Weg als Musiker war für Benedikt Fehringer angerichtet.

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Benedikt Fehringer. Trompeter, Flügelhornist und Komponist. © Ina Holzknecht

Heiße Rhythmen, mitreißende Melodien, treibende Beats

“Als Musiker, der sowohl Pop/Jazzmusik als auch Klassik studiert hat und aktiv ausübt, habe ich das Privileg, mir das Beste aus diesen zwei Welten herauspicken zu können. Heute Konzert mit einem Popsänger, morgen Beethoven im Konzerthaus und übermorgen ein Auftritt mit einer Bigband. Gerade diese Vielfalt und Abwechslung macht für mich den Reiz am Beruf des Musikers aus”, bringt Benedikt seine bisherige beachtenswerte Laufbahn auf den Punkt.

Benedikt, welche Zutaten dürfen in deiner kalten Küche nie fehlen?

Für mich beginnt alles mit einer guten, eingängigen Melodie. Dazu kommen ein flotter Rhythmus und ein großer Bund an musikalischer Vielfalt. Gewürzt wird mit einer Prise Humor und einem Hauch von spielerischem Leichtsinn. Garniert wird das Ganze mit einem Schuss Selbstvertrauen und dem Mut für Neues. Dazu braucht man natürlich die richtigen Mit-Köche, die richtigen “Sous-Chefs”, die so ein Projekt mittragen, Freude daran haben und sich auch im kreativen Prozess einbringen. Die habe ich für Fehringer’s Kalte Küche definitiv gefunden. Bei der Zusammenstellung der Band haben sich einige der Musiker und Musikerinnen untereinander noch nicht gekannt. Umso schöner ist es, dass sich auf Anhieb alle so gut verstanden haben und wir uns musikalisch super ergänzen.

Wie wichtig ist dir diese humorvoll-spielerische Seite bei deinem Projekt?

Sehr! In der heutigen Zeit wird zumeist alles viel zu ernst genommen. Wir blödeln innerhalb der Band viel herum und haben auch während der Proben irrsinnig viel Spaß. Das wollen wir auch auf die Bühne mitnehmen. Ich möchte, dass das Publikum Freude hat im Konzert, lacht und weint und mit einem Lächeln und – vielleicht – dem einen oder anderen Ohrwurm beschwingt nach Hause geht. Ich versuche auch immer meine Moderationen mit lustigen Anekdoten, Witzen oder dem ein oder anderen Seitenhieb gegen meine Kollegen und Kolleginnen oder mich selbst aufzulockern. Immer mit einem gewissen Augenzwinkern. Man darf sich – denke ich – da selbst nicht zu ernst nehmen.

Was kann die Trompete, was andere Instrumente für dich nicht ausdrücken können?

Die Trompete kann sowohl kraftvoll schmetternd als auch lieblich sanft klingen. Sie ist in fast jeder Stilistik einsetzbar und für mich eines der wandelbarsten Instrumente, die es gibt. Wenn man dann noch Dämpfer verwendet oder zur “Schwester” – dem Flügelhorn – wechselt, ergeben sich noch viele weitere klangliche Möglichkeiten. Gerade das Flügelhorn, für das ich eine besondere Vorliebe habe, harmoniert klanglich sehr gut mit den anderen Instrumenten der “Kalten Küche”, weshalb es hier mein bevorzugtes Instrument ist.

Du willst deine eigene Musik schaffen, was inspiriert dich zu deinen Kompositionen?

Inspirationen finde ich eigentlich überall. Ob beim Spazierengehen in der Natur, bei der Büroarbeit oder beim Radiohören. Überall können Ideen für neue Kompositionen kommen. Ganz viel Inspiration habe ich oft nach dem Besuch von Konzerten, ganz egal welcher Art. Musik muss mich immer auch ein Stück weit berühren und das versuche ich auch in meinen Kompositionen. So unterschiedlich die Inspirationen sein können, so unterschiedlich sind auch meine Kompositionen.

Du hast schon mit vielen Musikergrößen zusammengearbeitet. Gab es einen ganz besonders emotionalen Moment für dich?

Da gabs tatsächlich einige, wie das Konzert mit Ina Regen oder die Begegnung mit John Miles. Aber wenn ich so nachdenke, dann fallen mir spontan zwei Momente ein, die jetzt nicht auf der ganz großen Bühne waren, für mich aber einen umso größeren Stellewert haben:Der eine war erst kürzlich, als wir mit Fehringer’s Kalter Küche den Song “Griaßkoch von da Mama” von meinem neuen Album zum ersten Mal Live gespielt haben und meine Mutter, der der Song gewidmet ist, im Publikum saß. Der zweite Moment liegt mehr als 15 Jahre zurück, als mein – leider schon verstorbener – Opa und ich zu zweit bei einer Familienfeier ein kleines Konzert gegeben haben. Ich habe bekannte Melodien wie “New York, New York” und “Tequila” mit der Trompete gespielt und er hat mich am Schlagzeug begleitet. Damals war das für mich gar nichts Besonderes, aber wenn ich heute so zurückdenke, dann ist es das umso mehr.

Am 7. Oktober erscheint dein Debutalbum. Welche Köstlichkeiten wirst du mit deinen “Souschefs” servieren?

Wir servieren mit diesem Album musikalische Schmankerl aus aller Welt. Einflüsse aus Volksmusik, Jazz, Latin, französischem Chanson und Folklore fließen in meine Kompositionen ein und werden so zu neuen Kreationen. Alle Songs haben auch im Titel etwas mit Kulinarik zu tun. Die musikalische Vielfalt und Bandbreite spiegelt sich auch im Albumtitel “Griaßkoch und Kaviar” wider. Vom einfachen Gericht wie einem Grießkoch bis hin zum extravaganten Kaviar ist – so wie in einer erlesenen Speisekarte – für jeden etwas dabei.

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