© Theresa Maria Dirtl
Mit “Mindful Design und Craft” hat sich Petra Wieser das Ziel gesetzt, Objekte zu schaffen, die den Alltag ihrer Nutzerinnen und Nutzer positiv beeinflussen. Die Unternehmerin im Wordrap.
Petra Wieser im Interview
Achtsame Materialwahl, regionale Handwerkskunst und ein minimalistischer Designansatz – dafür steht das Studio “Mindful Design and Craft” in St. Pölten. Dahinter steckt Unternehmerin und Designerin Petra Wieser, die unter dieser Marke vor allem Porzellanobjekte für die moderne Kaffeekultur entwickelt. Denn für Wieser ist Kaffee mehr als nur Geschmack – es geht um Zeit, Fokus und die Kraft alltäglicher Rituale. Sie entwirft Produkte, die den Brühprozess zum bewussten Erlebnis machen und hat damit mittlerweile sogar den südkoreanischen Markt erobert. Noch heuer sollen ihre Produkte dort gelauncht werden. Im Porzellanwerk in Wilhelmsburg wird dafür bereits fleißig produziert.
Mein Motto: “Einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen” aus “Findet Nemo” – Ich folge gern meiner Intuition und bin immer gespannt darauf wohin sie mich bringt.
Handwerk bedeutet für mich … sich über die Auseinandersetzung mit Material dessen Eigenschaften anzunähern, dessen Essenz zu verstehen und dieser Essenz mit Hingabe und den eigenen Händen Form zu verleihen.
Design und Nachhaltigkeit zu verbinden, ist mir wichtig, weil … ich selbst auch Objekte gerne möglichst lange und mit gutem Gewissen nutzen möchte. Es gibt schon genug Dinge auf der Welt – da ist es wichtig, Designentscheidungen bewusst zu treffen und sich gut zu überlegen, welche Produkte es noch braucht bzw. was diese Produkte mit den Nutzerinnen und Nutzern sowie deren Umfeld machen.
Wenn ich gestalte, brauche ich … die Freiheit, mit Formen zu spielen.
Die Idee, Kaffeekonsum zu einer Kunstform zu machen, kam mir, … durch die Zusammenarbeit mit Kaffeeröster Felix Teiretzbacher (Kaffeelix). Er entführte mich in die Welt des Specialty Coffees und weckte die Faszination für dieses Feld in mir. Es stecken so viel Liebe und Leidenschaft im Anbau und der Weiterverarbeitung von Kaffee – das muss sich auch in der Zubereitung widerspiegeln.
Porzellan fasziniert mich, weil … es trotz seiner fragilen Anmutung sehr stabil ist. Außerdem liebe ich den Prozess des Porzellangießens. Das Porzellan durchläuft dabei so viele unterschiedliche Konsistenzen, die alle eine ganz einzigartige Haptik aufweisen: Von flüssiger Masse zu verfestigten Formen, die durch einen falschen Griff in den Fingern zerbrechen, wenn sie noch nicht gebrannt sind, und dann schließlich so dauerhaft werden, dass sie noch in tausenden Jahren als Artefakte über unsere Zeit berichten können.
Ein Design-Klassiker, den ich gerne selbst entworfen hätte … ist der Ekstrem Chair von Terje Ekstrøm.
Niederösterreichisches Design kann international bestehen, weil … es internationale Werte vertritt und non-verbal kommunizieren kann. Vorausgesetzt, es traut sich hinaus in die Welt!
Ein mutiger Schritt war für mich … heuer alleine nach Südkorea zu reisen, um dort Händler für meine Produkte zu finden. In eine neue Kultur einzutauchen, ohne zu wissen, wie meine Marke und Werte dort ankommen, war riskant, aber hat sich ausgezahlt.
Mein größter Wunsch für Mindful Design and Craft ist … dass ich noch mit vielen interessanten Menschen aus den unterschiedlichsten Feldern zusammenarbeiten und sinnvolle und ästhetische Produkte gemeinsam mit ihnen entwickeln kann.
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