Wordrap mit Veronika Plöckinger–Walenta
Wissenschaftliche Leiterin des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz
© Museumsdorf
Als wissenschaftliche Leiterin des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz konzipiert Veronika Plöckinger-Walenta die Einrichtung der Museumsgebäude und spannende Sonderausstellungen.
Veronika Plöckinger-Walenta im Wordrap
Das Thema Kulturgeschichte liegt der gebürtigen Niederösterreicherin bereits seit ihrem Studium der Volkskunde am Herzen. Neben museologischer und volkskundlicher Publikations-, Vortrags- und Lehrtätigkeit war Veronika Plöckinger-Walenta unter anderem am Ethnographischen Museum Schloss Kittsee sowie beim Schloss Esterhazy Management tätig. Als wissenschaftliche Leiterin des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz – dem größten Freilichtmuseum Niederösterreichs mit über 80 baulichen Objekten aus dem späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert – zeichnet sie für das Gesamterscheinungsbild des Museumsdorfs verantwortlich. Zudem gestaltet sie neue Präsentationen wie die heurige Sonderausstellung aus der Textilsammlung „Am häuslichen Herd sei Glück dir beschert – gestickte Klischees um 1900“ zur Rolle der Frau.
Mein Motto: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
An meinem Job liebe ich … die Kombination aus Kulturgeschichte und Natur.
Die größte Herausforderung beim Kuratieren von Ausstellungen in einem Freilichtmuseum ist … der Spagat zwischen dem fachgerechten Renovieren und Erhalten sowie dem Präsentieren der historischen beweglichen Objekte in den Museumsgebäuden.
Volkskunde ist meine Leidenschaft, weil … sie sich mit dem Alltag, dem Leben und Arbeiten der dörflichen Bevölkerung beschäftigt und sehr vielseitig ist.
Das Museumsdorf ist in meinen Augen so besonders, weil … es ein ganzes Dorf mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Werkstätten, Kapellen uvm., mit dem dörflichen Grünraum und dem „Lebenden Bauernhof“ zeigt.
Die diesjährige Sonderausstellung sollte man unbedingt besuchen, weil … “Spruchdeckerl“ mit klischeehaften Sprüchen einerseits bekannt und weit verbreitet, andererseits vielschichtig zu interpretieren sind und den tatsächlichen Lebensumständen in einem Weinviertler Dorf gegenübergestellt werden.
Eine gute Ausstellung muss … informieren, unterhalten und zum Nachdenken anregen.
Wenn ich durch ein Freilichtmuseum gehe … sehe ich Inspirationen, aber auch Herausforderungen.
Sich gesellschaftskritisch mit Kulturgeschichte auseinanderzusetzen … und dies den Museumsgästen zu vermitteln, ist eine wichtige Aufgabe von Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.
Die Rolle von Frauen in der Geschichte hervorzuheben, ist mir ein Anliegen, weil … ihre umfangreichen, täglichen Tätigkeiten im und um das Haus, im Garten, bei der Viehhaltung, am Feld, im Weingarten und auch in der Werkstatt in einem Freilichtmuseum schwierig darzustellen sind und ebenbürtig zur Arbeit der Männer gezeigt werden sollen.
Für die Zukunft wünsche ich mir … den Fortbestand des Museumstypus‘ „Freilichtmuseum“ – trotz aller klimatischen, gesellschaftlichen und finanziellen Herausforderungen – als wichtigen Beitrag zum Verständnis von (Kultur-)Geschichte und Gesellschaft.
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