Mädchen in die Technik: Eine Zukunft voller Möglichkeiten
Mehr Mädchen für technische Ausbildungen zu gewinnen, ist ein großes Anliegen der HTL St. Pölten.
© HTL St. Pölten
Obwohl die Zahl der Frauen in technischen Berufen zwar langsam steigt, besteht weiterhin Aufholbedarf. Karin Punz, Lehrerin an der HTL St. Pölten, und Martin Pfeffel, Direktor der Schule, über Chancen und Karrieremöglichkeiten für Frauen in der Technik.
Moderne Rollenbilder
In einer Welt, die sich rasant verändert und in der Technologie eine immer größere Rolle spielt, ist es wichtiger denn je, dass auch junge Frauen ihren Platz in technischen Berufen finden. Mehr Mädchen für technische Ausbildungen zu gewinnen, ist auch ein großes Anliegen der HTL St. Pölten.
Zwar steigt der Frauenanteil, „trotzdem sind wir noch lange nicht am Ziel“, betont Karin Punz, die sich als Fachkoordinatorin für Gender und Diversity an HTLs unter anderem für mehr Frauen in der Technik einsetzt. Frauen sollten sich von einer technischen Ausbildung keinesfalls abschrecken lassen, betont sie und stellt klar: „Es gibt überhaupt keinen Grund, warum Frauen Technik ‚nicht können‘ sollen. Weder ist heutzutage noch große Kraftanstrengung notwendig, um einen technischen Beruf auszuüben (unsere Absolventinnen und Absolventen arbeiten nicht an unhandlichen, schweren Geräten, die sie durch die Gegend schleppen müssen) noch sind Frauen genetisch nicht in der Lage, beispielsweise Berechnungen durchzuführen.“ Sie sieht das Problem unter anderem in veralteten, traditionellen Rollenbildern, die teilweise immer noch – oder aktuell durch Social Media sogar verstärkt wieder – vorherrschen. Initiativen wie „NÖ-Kids“ oder „NÖ-Teens“, die bereits junge Mädchen aus Volks- und Mittelschulen für die Technik begeistern sollen, sowie das niederösterreichweite Projekt „HTL4Girls“, an dem die HTL St. Pölten ebenfalls teilnimmt, leisten bereits einen wichtigen Beitrag, um das Genderthema in technischen Ausbildungen aufzubrechen.
Vielseitige Ausbildung
Die Vielfalt der Möglichkeiten in der Technikbranche ist beeindruckend und bietet spannende Karrierewege, insbesondere für Frauen. „Wie jede BHS kann nach Abschluss der Reife- und Diplomprüfung jedes Studium besucht werden. Zusätzlich bietet jede Abteilung eine umfangreiche fachliche Ausbildung, die es ermöglicht, direkt ins Berufsleben einzusteigen. Die Absolventinnen und Absolventen sind am Arbeitsmarkt nach wie vor sehr gefragt, weil sie nicht nur eine fundierte theoretische Ausbildung mitbringen, sondern auch praktisch gut ausgebildet sind.“, so Martin Pfeffel, Direktor der HTL St. Pölten, wo es insgesamt fünf höhere Abteilungen (Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik und Technische Informatik, Wirtschaftsingenieure und Informatik), zwei Fachschulen (Maschinenbau und Elektrotechnik) und zwei Abendschulen (Maschinenbau und Elektrotechnik) gibt.
Auch er betont, wie wichtig es ist, technische Ausbildungen für Mädchen zugänglicher zu machen: „Je mehr Role Models es gibt, je mehr Technikerinnen sichtbar sind, desto eher haben Mädchen das Gefühl, dass das Themenfeld auch etwas für sie sein könnte. Wir wissen aus diversen Studien, dass Vorbilder ganz, ganz wesentlich sind, um Mädchen für technische Berufe begeistern zu können. Unsere niederösterreichweiten Projekte zur Mädchenförderung zielen auch genau darauf ab und wollen Role Models gezielt vor den Vorhang holen, um Mädchen in ihrer Selbstverständlichkeit als Technikerin zu stärken.“
Termine der nächsten Schnuppertage und Informationsveranstaltungen an der HTL St. Pölten finden Sie unter www.htlstp.ac.at
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