Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster, Gründerinnen Female Future Festival

Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster im Talk über das Female Future Festival

The Power of Connection

15 Min.

© Tetyana Pirker

Mit dem Female Future Festival haben Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster ein Format geschaffen, das Frauen in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung stärken soll. Die Gründerinnen und Schwestern im Gespräch.

Female Future Festival 2026: “The Power of Connection”

Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster sind Unternehmerinnen und Schwestern sowie Gründerinnen des Female Future Festivals. Bereits 2019 haben sie damit ein Format ins Leben gerufen, das Frauen connecten, empowern und ihnen eine Networking-Plattform bieten soll. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Leadership, Innovation und Karriereentwicklung. Mit mehr als 12 Events pro Jahr, insgesamt über 6000 Besucher:innen und mehr als 200 Speaker:innen zählt das Female Future Festival mittlerweile zu den bedeutendsten Business-Events für Frauen im deutschsprachigen Raum. Unter dem Motto „The Power of Connection“ findet es am 22. Oktober erneut in Wien statt. Die beiden Gründerinnen über das Festival und das Potenzial eines guten Netzwerks. 

Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster im Interview

Wie ist die Idee für das Female Future Festival entstanden?

Verena und Patricia: Wir kommen aus einer sehr liebevollen Familie, hatten aber überhaupt keinen finanziellen oder unternehmerischen Background. Als wir selbst Unternehmerinnen wurden, waren wir deshalb irgendwann auf der Suche nach einer Mentorin – nach einer Frau, die diesen Weg schon gegangen war, von der wir lernen konnten und die uns vielleicht auch ein Stück weit Orientierung geben konnte. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben ziemlich lange gesucht – und unsere Liste war erstaunlich kurz. Irgendwann haben wir uns gefragt: Gibt es diese Frauen nicht? Oder sind sie einfach zu wenig sichtbar?

Wir waren auf der Suche nach einer Mentorin, die uns vielleicht auch ein Stück weit Orientierung geben konnte.

Patrica Zupan-Eugster und Verena Eugster

Gleichzeitig waren wir selbst Unternehmerinnen, Mütter, Frauen mitten im Berufsleben und haben gemerkt, dass uns Orte fehlen, an denen Frauen offen darüber sprechen, was Karriere und Erfolg wirklich bedeuten. Nicht nur über die schönen Erfolgsgeschichten, sondern auch über Zweifel, Geld, Vereinbarkeit, Scheitern, Mut und Neuanfänge. Und irgendwann war für uns klar: Wenn uns dieser Ort fehlt, dann schaffen wir ihn eben selbst. So ist 2019 das Female Future Festival entstanden. Wir hatten damals keine Ahnung, wie groß es einmal werden würde. Aber wir wussten sehr genau, wie es sich anfühlen sollte: Du sollst einen Raum betreten und denken: Hier treffe ich Frauen, die mich inspirieren. Hier entstehen Begegnungen, die vielleicht eine Tür öffnen, eine Idee auslösen oder sogar mein Leben verändern. Im Grunde haben wir damals den Ort geschaffen, den wir selbst gesucht hatten.

Warum war es für euch wichtig, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die vor allem Frauen verbindet und ihre Netzwerke stärken soll?

Verena: Weil wir selbst erlebt haben, wie entscheidend Menschen für den eigenen Weg sind. Es gibt diese Erzählung, dass erfolgreiche Menschen alles aus eigener Kraft geschafft haben. Daran glauben wir überhaupt nicht. Hinter fast jeder großen Entscheidung stehen Menschen. Jemand, der dir eine Tür öffnet. Jemand, der deinen Namen in einem Raum erwähnt, in dem du selbst nicht sitzt. Jemand, der sagt: „Mach das. Ich glaube an dich.“

Patricia: Und wir haben gesehen, dass Männer diese Netzwerke oft sehr selbstverständlich nutzen. Frauen versuchen dagegen erstaunlich häufig, alles alleine zu schaffen. Genau das möchten wir verändern.

Das Festival bringt mehr als 2.000 Menschen zusammen. Was soll eine Frau idealerweise mitnehmen, wenn sie am Ende des Tages nach Hause geht?

Patricia: Im besten Fall nicht 20 Seiten Notizen. Sondern eine Sache, die sie wirklich verändert.
Vielleicht ist es ein Satz von einer Speakerin. Vielleicht eine Begegnung. Eine Telefonnummer. Eine Geschäftsidee. Der Mut, endlich zu kündigen. Eine Gehaltsverhandlung zu führen. Ein Unternehmen zu gründen. Oder auch die Erkenntnis: Ich muss gerade gar nichts beweisen.
Wenn eine Frau am Abend nach Hause fährt und denkt: „Ich mache das jetzt.“, dann haben wir unglaublich viel erreicht.

Was glaubt ihr: Wird weibliche Vernetzung in Zukunft noch wichtiger werden – oder wird sie irgendwann selbstverständlich sein?

Verena: Unser Wunsch wäre natürlich, dass sie irgendwann selbstverständlich ist. Dass Frauen nicht mehr darüber sprechen müssen, warum sie sich gegenseitig unterstützen sollten.

Patricia: Gleichzeitig glaube ich, dass Netzwerke generell noch wichtiger werden. In einer Welt, in der KI vieles schneller, effizienter und austauschbarer macht, wird etwas anderes immer wertvoller: Vertrauen. Beziehung. Zugehörigkeit. Menschen, die füreinander einstehen. Vielleicht reden wir deshalb in zehn Jahren gar nicht mehr so viel über „Female Networking“, sondern wieder viel mehr über etwas ganz Einfaches: echte menschliche Beziehungen.

Verbindung und Netzwerke

„The Power of Connection“ lautet das Motto des Female Future Festivals. Was bedeutet echte Verbindung für euch – und warum ist sie gerade heute so wichtig?

Patricia: Wir haben „The Power of Connection“ ganz bewusst als Motto gewählt. Der Ausgangspunkt waren tatsächlich Studien zum Thema Einsamkeit. Besonders hängen geblieben ist bei mir die Aussage, dass gerade junge Menschen trotz permanenter digitaler Vernetzung immer stärker von Einsamkeit betroffen sind. Aber eigentlich möchte ich das gar nicht nur an der Gen Z festmachen. Ich glaube, es betrifft uns alle. Wir hatten noch nie so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Unser Handy vibriert den ganzen Tag, wir haben WhatsApp-Gruppen, Social-Media-Feeds und Tausende Kontakte auf LinkedIn – und trotzdem fehlt vielen Menschen etwas ganz Entscheidendes: echte Verbundenheit.

Vielen Menschen fehlt etwas ganz Entscheidendes: echte Verbundenheit.

Patrica Zupan-Eugster

Und genau das hat uns beschäftigt. Denn wir glauben, dass Verbundenheit eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens ist. Für eine gute Karriere, weil kaum jemand wirklich Großes alleine erreicht. Für unsere persönliche Entwicklung, weil wir Menschen brauchen, die uns herausfordern und an uns glauben. Aber vor allem auch für ein glückliches Leben. Wir sprechen heute unglaublich viel über Reichweite, Follower und Netzwerke. Aber du kannst 50.000 Kontakte auf LinkedIn haben und dich trotzdem unglaublich einsam fühlen. Für mich ist deshalb die entscheidende Frage nicht: Wie viele Menschen kenne ich? Sondern: Wie viele Menschen könnte ich wirklich anrufen, wenn es darauf ankommt? Und vielleicht müssen wir genau das wieder lernen: weniger Kontakte sammeln und mehr echte Beziehungen aufbauen.

Wir sind digital so vernetzt wie nie, gleichzeitig fühlen sich viele Menschen einsamer und weniger verbunden. Was ist in euren Augen verloren gegangen?

Verena: Ich glaube, uns ist ein Stück weit die Tiefe verloren gegangen. Wir sind beruflich ständig vernetzt, folgen uns auf LinkedIn, schicken Nachrichten, sitzen in Videocalls – und trotzdem entstehen daraus nicht automatisch echte Beziehungen. Gerade im Berufsleben unterschätzen wir, wie viel über persönliche Verbindung passiert. Die spannendsten Jobs, Kooperationen, Geschäftsideen oder Chancen entstehen oft nicht durch eine Bewerbung oder eine perfekt formulierte LinkedIn-Nachricht, sondern weil jemand sagt: „Ich kenne da jemanden, den musst du unbedingt kennenlernen.“

Female Future Festival
Erfolgskonzept. Mit mehr als 12 Events pro Jahr zählt das Female Future Festival mittlerweile zu den bedeutendsten Business-Events für Frauen im deutschsprachigen Raum. © Marcella Ruiz Cruz

Und dafür braucht es Vertrauen. Vertrauen entsteht nicht durch möglichst viele Kontakte, sondern durch echte Begegnungen, Verlässlichkeit und dadurch, dass man Beziehungen pflegt – auch dann, wenn man gerade nichts voneinander braucht. Wir haben das in unserem eigenen unternehmerischen Leben immer wieder erlebt: Viele unserer größten Chancen sind durch Menschen entstanden. Durch Empfehlungen, Gespräche, zufällige Begegnungen oder jemanden, der unseren Namen in einem Raum genannt hat, in dem wir selbst gar nicht waren. Vielleicht müssen wir beruflich deshalb wieder ein bisschen weniger Kontakte sammeln und anfangen, mehr Beziehungen aufzubauen.

Patricia: Wir wissen heute unglaublich viel voneinander und kennen uns gleichzeitig immer weniger. Wir sehen auf Instagram, wo jemand Urlaub macht, was er isst und welchen Job er gerade begonnen hat. Aber wissen wir, wie es diesem Menschen wirklich geht? Das ist für mich eines der großen Paradoxe unserer Zeit: Wir haben maximale Vernetzung und gleichzeitig fehlt uns Verbindung. Genau deshalb sind reale Begegnungen heute vielleicht wertvoller denn je.

Networking wird oft mit Visitenkarten, LinkedIn und möglichst vielen Kontakten gleichgesetzt. Was macht ein gutes Netzwerk tatsächlich aus?

Patricia: Dass du nicht erst anrufst, wenn du etwas brauchst. Ein gutes Netzwerk entsteht über Jahre. Durch Interesse, Verlässlichkeit und Großzügigkeit. Ich frage mich deshalb nicht nur: „Wer kann mir helfen?“, sondern genauso: „Wem kann ich helfen?“ Und manchmal bedeutet gutes Networking auch einfach, zwei Menschen miteinander bekannt zu machen und selbst überhaupt nichts davon zu haben.

Verena: Genau daraus entstehen langfristig die stärksten Beziehungen. Menschen merken sich, wie sie sich in deiner Gegenwart gefühlt haben – und ob du nur genommen oder auch gegeben hast.

Welche Menschen sollte jede Frau in ihrem Netzwerk haben – und warum?

Verena: Menschen, die ihr Türen öffnen. Menschen, die ihr ehrlich widersprechen. Menschen, die schon dort sind, wo sie hinmöchte. Und Menschen, bei denen Karriere überhaupt keine Rolle spielt.

Patricia: Und ich finde einen Punkt besonders wichtig: Jede Frau braucht Menschen, die größer für sie denken, als sie es in manchen Momenten selbst kann. Wir alle haben Phasen, in denen wir zweifeln. Dann braucht es jemanden, der sagt: „Entschuldige, aber weißt du eigentlich, was du kannst?“

Gibt es eine Begegnung in eurem eigenen Leben, die eure berufliche Entwicklung nachhaltig verändert hat?

Patricia: Es gab nicht die eine magische Begegnung. Es waren viele Menschen, die immer wieder kleine Türen geöffnet haben. Aber die wichtigste Verbindung in meinem beruflichen Leben sitzt wahrscheinlich neben mir.

Verena: Das würde ich tatsächlich genauso sagen.

Patricia: Wir sind sehr unterschiedlich. Und genau deshalb haben wir uns gegenseitig immer wieder Dinge zugetraut, die wir uns alleine vielleicht nicht zugetraut hätten. Viele unserer größten Entscheidungen begannen mit einem Gespräch zwischen uns beiden und einem Satz wie: „Komm, das machen wir jetzt einfach.“

Female Empowerment & Karriere

Ihr arbeitet seit Jahren mit Frauen, die beruflich etwas bewegen wollen. Was hält Frauen eurer Erfahrung nach immer noch am häufigsten davon ab, den nächsten Schritt zu gehen?

Patricia: Ich glaube, viele Frauen warten zu lange darauf, sich bereit zu fühlen. Noch eine Ausbildung. Noch ein bisschen Erfahrung. Noch schnell perfekter werden. Ich kenne dieses Gefühl selbst. Aber irgendwann habe ich verstanden: Mut kommt meistens nicht vor der Entscheidung. Er kommt danach. Du musst nicht wissen, ob du es kannst. Du musst irgendwann anfangen.

Verena: Und wir sollten aufhören, Frauen ausschließlich zu erzählen, sie müssten selbstbewusster werden. Natürlich spielt die eigene Haltung eine Rolle. Aber es braucht genauso Unternehmen, Partner, politische Rahmenbedingungen und Netzwerke, die Frauen ermöglichen, ihre Ambitionen tatsächlich zu leben.

Wie viel Mut braucht Karriere – und wie viel Unterstützung durch andere?

Verena: Beides. Mut brauchst du für den ersten Schritt. Aber niemand baut eine große Karriere oder ein Unternehmen komplett alleine auf.

Patricia: Und Unterstützung anzunehmen, schmälert die eigene Leistung überhaupt nicht. Das musste ich selbst lernen. Ich bin jemand, der sehr gerne umsetzt und Dinge selbst in die Hand nimmt. Aber irgendwann wird genau das zum Flaschenhals.
Die wirklich großen Dinge in unserem Leben sind immer gemeinsam mit anderen entstanden.

Gerade Frauen versuchen häufig, alles alleine zu schaffen. Warum ist es so wichtig, auch zu erkennen, dass es okay ist, um Hilfe zu bitten?

Patricia: Weil wir gemeinsam einfach weiter kommen. Es gibt diesen Satz: Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh gemeinsam. Ich glaube, gerade wir Frauen haben oft den Anspruch, alles selbst schaffen zu müssen – im Beruf, in der Familie, im Alltag. Aber „Ich schaffe alles alleine“ ist für mich heute kein Zeichen von Stärke mehr. Stärke bedeutet für mich auch, zu wissen, was ich gut kann und wo andere besser sind. Menschen um sich zu haben, die einen unterstützen, ergänzen, Türen öffnen oder auch einmal auffangen. Ich habe drei Kinder, Unternehmen und unglaublich viele Projekte. Natürlich schaffe ich das nicht alleine. Und ich möchte auch gar nicht mehr so tun.

Leadership wird immer noch stark mit Durchsetzungsvermögen und Selbstsicherheit verbunden. Was bedeutet gute Führung für euch?

Patricia: Gute Führung bedeutet für mich, Menschen größer zu machen und nicht sich selbst.

Verena: Das trifft es sehr gut. Ich glaube außerdem, dass wir lange ein sehr eindimensionales Bild von Führung hatten: laut, souverän, schnell entscheiden, keine Schwäche zeigen. Für mich gehören heute Empathie, Zuhören und Verbundenheit genauso zu Leadership wie Klarheit, Leistung und Entscheidungsstärke. Ich möchte dabei aber auch Leistung nicht kleinreden. Wir lieben Menschen, die etwas bewegen wollen. Gute Führung bedeutet für mich nicht, dass immer alles angenehm sein muss. Sie bedeutet: hohe Ansprüche und gleichzeitig Menschlichkeit.

Schwestern & Unternehmerinnnen

Ihr seid Schwestern und habt gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut. Was ist eure größte Stärke als Duo und wo fordert euch die Zusammenarbeit heraus?

Patricia: Unsere größte Stärke ist gleichzeitig unsere größte Herausforderung: Wir sind extrem unterschiedlich.

Verena: Patricia ist sehr stark in der Umsetzung, in den Details darin, Dinge wirklich auf die Straße zu bringen. Sie liebt die grüne Wiese und ein Projekt von 0 auf 100 aufzubauen. Ich bin so glaube ich empathischer und stärker im Moment, mit Menschen, auf Bühnen, in Situationen, die spontan entstehen.
Manchmal denke ich bei Patricia: „Wie kann sie dabei so entspannt bleiben?“ Und sie denkt wahrscheinlich: „Wie kann Verena sich über dieses Detail so lange Gedanken machen– und wie lange will sie an diesem Thema eigentlich noch festhalten?“.

Aber genau dieses Dranbleiben ist eine meiner Stärken. Unser heute erfolgreichstes Projekt hätte es vielleicht nie gegeben, wenn ich irgendwann gesagt hätte: Jetzt lassen wir es. Ich habe über Jahre daran festgehalten, weil ich gespürt habe: Die Zeit dafür wird kommen. Aber genau deshalb funktioniert es so gut. Wir müssen uns nicht gegenseitig kopieren – im Gegenteil. Wir ergänzen uns. Wenn die eine in einem Bereich nicht so stark ist, übernimmt die andere ganz selbstverständlich. Und umgekehrt. Ich glaube, genau darin liegt eine unserer größten Stärken: Wir müssen nicht beide alles können. Gemeinsam können wir einfach mehr. Und wahrscheinlich ist eine unserer größten Stärken, dass wir uns nach all den Jahren noch immer gemeinsam über eine neue Idee begeistern können und es lieben sie dann umzusetzen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Gab es Momente, in denen ihr euch als Schwestern leichter getan habt, gemeinsam unternehmerische Entscheidungen zu treffen und andere, in denen genau das schwieriger war?

Patricia: Ja, diese Momente gibt es jeden Tag. 😊 Wir vertrauen uns blind, wir neiden uns nichts und kennen die Stärken und Schwächen der anderen wahrscheinlich besser als irgendjemand sonst. Im Geschäft geht es bei uns immer um die Sache. Wir ziehen am gleichen Strang und verfolgen das gleiche Ziel – da passt tatsächlich kein Blatt dazwischen.

Verena: Und für alle, die jetzt denken: “Come on, das klingt ein bisschen zu romantisch.” Natürlich nerven wir uns auch mal gegenseitig. Aber im Geschäftsleben gibt es ohnehin schon genug Risiken, Herausforderungen und Themen, die einem die eine oder andere schlaflose Nacht bescheren. Da brauchen wir nicht auch noch emotionalen Stress miteinander. Was es bei uns allerdings definitiv gibt, ist Klartext. Wir sind Schwestern – da fällt die diplomatische Anlaufphase meistens ziemlich kurz aus. Wir sagen uns sehr direkt, wenn uns etwas stört, diskutieren auch mal ordentlich – und dann ist es wieder gut. Vielleicht ist genau das eines unserer Erfolgsrezepte: Wir verschwenden wenig Energie mit Befindlichkeiten und stecken sie lieber ins gemeinsame Unternehmen.

Ihr habt das Female Future Festival 2019 gegründet. Wenn ihr heute auf die Patricia und Verena von damals zurückblickt: Was würdet ihr ihnen gerne sagen?

Verena: Trust the process! Das würde ich uns beiden von damals sagen. Macht weiter. Es wird größer, als ihr gerade glaubt. Wir haben so oft Dinge gemacht, ohne zu wissen, ob überhaupt jemand kommt. Ob jemand Tickets kauft. Ob Partner an uns glauben. Ob eine Idee funktioniert. Und natürlich ist nicht alles aufgegangen. Wir haben Fehler gemacht, Geld verloren, falsche Entscheidungen getroffen und Dinge wieder verworfen. Aber genau das gehört dazu. Man muss nicht immer schon wissen, wie alles ausgeht, bevor man losgeht.

Hold the vision. Trust the process. Love the journey.

Patricia Zupan-Eugster

Patricia: Ja, genau das hätten wir früher wissen müssen. Inzwischen haben wir uns diesen Gedanken sogar tätowieren lassen: Hold the vision. Trust the process. Love the journey. Wenn ich heute zurückblicke, waren es nämlich fast nie die Fehler, die uns wirklich aufgehalten haben. Es waren viel eher die Momente, in denen wir zu lange gezögert oder uns selbst nicht genug vertraut haben.
Ich würde den beiden Frauen von 2019 deshalb sagen: Haltet an eurer Vision fest. Ihr müsst noch nicht wissen, wie der ganze Weg aussehen wird. Geht einfach den nächsten Schritt.

Verena: Und vertraut darauf, dass ihr unterwegs Menschen treffen werdet, die ein Stück dieses Weges mit euch gehen. Menschen, die an euch glauben, euch Türen öffnen oder euch genau im richtigen Moment weiterbringen.

Patricia: Und damit schließt sich eigentlich der Kreis zu unserem diesjährigen Motto„The Power of Connection“: Eine große Vision beginnt vielleicht bei einem selbst –aber wirklich groß wird sie meistens gemeinsam mit anderen.

Mehr Infos und Tickets für das Female Future Festival am 22. Oktober in Wien unter female-future.com

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

_____________

Das könnte dich auch interessieren:


 

Abo

Wählen Sie Ihr persönliches Abo aus

×