Große Dirndl-Auswahl bei Preßl in Amstetten © Ana Mrvelj
Bereits zum 18. Mal ruft die Volkskultur Niederösterreich zum landesweiten Dirndlgwandsonntag auf. Das ganze Land trägt Dirndl oder Tracht: von traditionell bis modern, von phantasievoll bis schlicht, von kurz bis lang, von uni bis gemustert.
18. Dirndlgwandsonntag am 13. September
Weit weg von starren Formen und strengen Vorschriften trägt man in Niederösterreich Trachtiges in vielen Varianten. Von modern über traditionellen ist beim Dirndl mittlerweile alles möglich.

Gelegenheiten zum Tragen der Tracht gibt es am Dirndlsonntag jedenfalls viele: vom Frühschoppen, über Gottesdienste, Wanderungen, regionale Feste bis zu Trachtenmodeschauen. Das Team der Volkskultur Niederösterreich freut sich auf die vielen Veranstaltungen zum Dirndlgwandsonntag im ganzen Land.
Unterstützer des niederösterreichischen Dirndlgwandsonntag sind neben der Diözese St. Pölten und der Erzdiözese Wien, die evangelische Kirche Niederösterreich und die EVN.
Woher kommt diese Tradition?
Ursprünglich begonnen hat diese Tradition vor mittlerweile mehr als 20 Jahren in St. Johann im Pongau im Bundesland Salzburg. Die Volkskultur Salzburg rief damals auf Initiative der Künstlerin Andrea Maurer zum Tragen der Tracht am zweiten Sonntag im September auf – rund um den Festtag der Heiligen Notburga, am 13. September.
Die Heilige Notburga
Notburga war Magd auf einem Schloss, wo sie sich für die Armen einsetzte, und verschiedene Wunder wirkte. Weil sie meist in ländlicher Kleidung oder Tracht dargestellt ist, wurde sie zur Patronin der Landwirtschaft, der Dienstmägde sowie der Trachtenträgerinnen und Trachtenträger. Der Festtag der Heiligen Notburga von Rattenberg ist der 13. September, der im Jahr 1313 angeblich ihr Todestag war und Beginn der Verehrung der Heiligen. Notburga wurde in Rattenberg am Inn geboren und war später im Dienst des Schlossherren Heinrich von Rottenberg.
Obwohl geschichtliche Fakten kaum greifbar sind, wird die Geschichte der Heiligen Notburga sehr einheitlich geschildert. Als Dienstmagd auf dem Schloss tat Notburga viel Gutes, vor allem verteilte sie Speisereste an die Armen und Hungernden. Nachdem der Schlossherr starb und sein Sohn und dessen geizige Frau die Herrschaft übernahmen, fiel Notburga in Ungnade wegen ihrer Mildtätigkeit und wurde vom Schloss gejagt. Sie lebte daraufhin einige Jahre als Bauernmagd auf einem Hof in Eben am Achensee. Als aber auf Schloss Rottenberg ein Unglück nach dem anderen passierte, erinnerte sich der Schlossherr an Notburga, holte sie zurück und brachte mit ihr auch den Frieden ins Schloss zurück.
Die Schutzheilige der Tracht
Die Legende von Notburga erzählt vom „Holzspan-Wunder“, vom „Sichel-Wunder“ und vom „Ochsen-Wunder“. Sie ist ein lebendiges Zeichen für das Recht der Menschen auf Ruhe nach der Arbeit und ein Vorbild für soziale Caritas. Da Notburga als Dienstmagd immer ländlicher Alltagskleidung trug und daher in ihren Darstellungen immer in Tracht zu sehen ist, wurde sie als Schutzheilige des „Dirndlgwandsonntag“ auserkoren.
Alle Infos und den Veranstaltungen am Dirndlgwandsonntag findet ihr unter www.volkskulturnoe.at/dirndlgwandsonntag