Frühchenpflege durch MOKI NÖ

MOKI NÖ: Mehr als Pflege

Renate Hlauschek, die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins, im Interview.

4 Min.

© MOKI NÖ

Familien in herausfordernden Lebenssituationen zu entlasten und eine qualitativ hochwertige, familienorientierte Pflege im vertrauten Umfeld zu ermöglichen – das ist das Ziel von “MOKI NÖ”. Renate Hlauschek, die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins, im Interview.

Renate Hlauschek von MOKI NÖ im Interview

Seit 27 Jahren begleitet MOKI NÖ, ein gemeinnütziger Verein für mobile Kinderkrankenpflege, Kinder und Jugendliche mit verschiedensten Erkrankungen sowie deren Familien in ihrem Zuhause. 1999 von Renate Hlauschek und fünf Kolleginnen gegründet, betreuen heute mehr als 60 engagierte freiberufliche diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen über 500 Familien in ganz Niederösterreich. Der Verein bietet die Nachbetreuung von Frühgeborenen nach dem Krankenhausaufenthalt an, sowie die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, chronischen oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Dazu gehören medizinisch-pflegerische Tätigkeiten, Beratung und Anleitung der Eltern, psychosoziale Unterstützung sowie Entlastung im Pflegealltag der Familien. Wir haben mit Renate Hlauschek über die wertvolle Arbeit von MOKI NÖ gesprochen. 

Renate Hlauschek, geschäftsführende Vorsitzende von MOKI NÖ, © MOKI NÖ
Renate Hlauschek, geschäftsführende Vorsitzende von MOKI NÖ, © MOKI NÖ

Was steht bei der Betreuung von Familien, die Unterstützung benötigen, im Vordergrund?

Besonders wichtig sind Vertrauen, Kontinuität und ein respektvoller wertschätzender Umgang. Jede Familie ist einzigartig und bringt ihre eigene Geschichte mit. Wir begegnen den Familien auf Augenhöhe, hören zu und beziehen sie aktiv in die Pflege und Betreuung ein. Ein ganzheitlicher Blick auf das Kind und das Familiensystem steht dabei im Mittelpunkt. 

Welche Herausforderungen erleben Sie und Ihr Team im Alltag und bei Ihrer Arbeit in der mobilen Kinderkrankenpflege?

Der Alltag ist oft geprägt von komplexen Pflegesituationen, emotional belastenden Schicksalen und organisatorischen Herausforderungen. Besonders anspruchsvoll ist es, allen Familien gerecht zu werden und gleichzeitig ausreichend Ressourcen für unser Team sicherzustellen.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld von MOKI NÖ ist die Palliativversorgung „Lisa-Marie“. 2007 ist daraus das Kinder- und Jugend Palliativ-Team „KI-JU-PALL“ entstanden. Wie unterstützen Sie damit betroffene Familien in Niederösterreich?

Wir übernehmen pädiatrische Palliativversorgung und begleiten Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Erkrankungen sowie deren Familien, inklusive anschließender Trauerbegleitung. Unsere Leistungen umfassen tägliche Hausbesuche, Pflegemaßnahmen, Entlastung der Eltern, Schmerz- Symptomkontrolle, Materialbeschaffung, Zusammenarbeit mit dem zuständigen Krankenhaus und den Kinderfachärztinnen und Kinderfachärzten sowie Unterstützung beim Abschiednehmen und in der Trauerzeit.  Wir begleiten das Leben der Familien damit sie eine gute Lebensqualität in dieser Zeit haben. In den vier KI-JU-PALL Teams (Kinder- und Jugendpalliativteams) sind ÄrztInnen, Pflegefachkräfte, SozialarbeiterInnen, PhysiotherapeutInnen und PsychologInnen im Einsatz, um den Familien eine gute Möglichkeit zu bieten, zuhause bleiben zu können und wenn es alle möchten, dürfen die Kinder auch zuhause versterben. 

Die Pflegearbeit bringt neben emotionaler Belastung auch viele schöne Momente mit sich – was erfüllt Sie an Ihrer Arbeit besonders?

Mich erfüllt es sehr, die Dankbarkeit der Eltern zu sehen – wie unsere Arbeit Familien entlastet und Kindern ermöglicht, trotz Erkrankung oder Behinderung in ihrem Zuhause aufzuwachsen. Die Rückmeldungen der Familien und das Engagement unsere Kinderkrankenpflegepersonen sind eine große Motivation. 

Wie kann man den Verein am besten unterstützen?

Wir erhalten für viele Bereiche Subventionen des Landes Niederösterreich. Dennoch kann damit nicht alles finanziert werden. Um eine flächendeckende Betreuung langfristig möglich zu machen, benötigen wir Unterstützung – durch Spenden/Sponsoring aus dem Privat- oder Firmenbereich sowie Kooperationen. Jede Form der Unterstützung hilft uns, unsere Angebote langfristig abzusichern und weiterzuentwickeln. Jede Spende dient ausschließlich dem Vereinszweck – die qualitativ hochwertige Versorgung und Betreuung von Kindern und ihren Familien sicherzustellen. Seit 2018 werden die Qualität und Seriosität von MOKI NÖ im Umgang mit den Spenden durch die Prüfung des Österreichischen Spendengütesiegels bestätigt. Damit ist jede Spende steuerlich absetzbar.

Wie können sich Familien an MOKI NÖ wenden, wenn sie Hilfe brauchen?

Familien können sich telefonisch, per E-Mail oder über unsere Website direkt an uns wenden. Häufig erfolgt der Erstkontakt über Krankenhäuser, ÄrztInnen oder andere soziale Einrichtungen. Nach einem Erstgespräch klären wir gemeinsam den Unterstützungsbedarf und die nächsten Schritte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft hinsichtlich Pflege und Förderungen in Niederösterreich?

Ich wünsche mir eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung der mobilen Kinderkrankenpflege sowie langfristige und ausreichende Förderungen. Ziel sollte es sein, Familien nachhaltig zu entlasten und die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen durch gute Rahmenbedingungen im Beruf zu halten.

Nähere Infos unter noe.moki.at

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